CDU-Abgeordneter Löbel mit 250.000 Euro Maskendeal

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Anfang der Woche erschĂŒtterte ein Skandal den Deutschen Bundestag. Die AbgeordnetenbĂŒros des CSU-Abgeordneten Georg NĂŒĂŸlein wurden aufgrund des Anfangsverdachts der Korruption im Zusammenhang mit der Beschaffung von Corona-Schutzmasken durchsucht. Insgesamt steht die Summe von 660.000 Euro im Raum.

Am heutigen Freitag wurde bekannt, dass NĂŒĂŸlein wohl nicht der einzige Unionspolitiker ist, der möglicherweise aus der Corona-Krise finanziellen Gewinn schlagen konnte. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel soll seine Netzwerke genutzt haben, um sich an Maskendeals zu bereichern. Insgesamt soll der 34-JĂ€hrige so 250.000 Euro zusĂ€tzlich verdient haben. Und das in einer der schwersten Wirtschaftskrisen der Bundesrepublik.

Nikolas Löbel: GefÀhrlich nahe zwischen Wirtschaft und Politik

Eine in der Presse veröffentlichte Mail offenbart die NĂ€he des CDU-Politikers zu einem großen Unternehmen im Gesundheitssektor.

Eine in der Presse veröffentlichte Mail offenbart die NĂ€he des CDU-Politikers zu einem großen Unternehmen im Gesundheitssektor.
„Wirtschaft und Politik sowie die richtige Balance dazwischen haben mich schon immer interessiert“, schreibt Löbel, der im Anspruch auf sein großes Unternehmernetzwerk und die Bitten zahlreicher Firmen verweist, ihnen „bei der Beschaffung von medizinischen SchutzgĂŒtern“ behilflich zu sein.

Offen bietet der Bundestagsabgeordnete nun auch dem angeschriebenen Unternehmen seine Hilfe an. Über eine deutsche Firma, die „Bricon Technology GmbH“, die einem Abgeordneten der Volkskammer in Peking gehört, könnten nun FFP2-Masken fĂŒr 4,40 Euro pro StĂŒck bestellt werden. 12 Cent zzgl. Mehrwertsteuer sollten dabei an Löbel und seine Projektmanagement GmbH gehen, der den Deal einfĂ€delte. Insgesamt soll der Parlamentarier so 250.000 Euro verdient haben.

DĂŒnne Stellungnahme von Löbel

In einem persönlichen Statement gab Löbel zu, mehrere KaufvertrĂ€ge ĂŒber Schutzmasken zwischen einem Lieferanten und Privatunternehmen vermittelt zu haben. Auch den Umfang von „rund einer Viertelmillion Euro“ bestĂ€tigt Löbel.

Der Mannheimer erklĂ€rte, dass die Arbeit „durch meine private GmbH“ nichts mit seinem Abgeordnetenmandat zu tun habe. Löbel habe nur fĂŒr sein Unternehmen gehandelt. Trotzdem rĂ€umte er einen Fehler seinerseits ein:

„Als Bundestagsabgeordneter hĂ€tte ich gerade in der besonderen Pandemie-Situation auch in meiner unternehmerischen TĂ€tigkeit sensibler handeln mĂŒssen. Diesen Fehler mache ich mir selbst zum Vorwurf.“

Nur die Spitze des Eisbergs?

Der Bereicherungsskandal der Union wĂ€hrend der Corona-Krise spitzt sich weiter zu. Nikolaus Löbel hat in der Corona-Krise massiv finanziell profitiert, wĂ€hrend zahlreiche Unternehmen ihre Pforten fĂŒr immer schließen mussten. Ob noch weitere Unionspolitiker von der Krise finanziell profitierten, werden die nĂ€chsten Wochen zeigen. Es bleibt spannend in Berlin.

TM

CDU-Abgeordneter Löbel mit 250.000 Euro Maskendeal Zuletzt aktualisiert: 05.03.2021 von Team MĂŒnzenmaier
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DerIngenieur
1 Monat zuvor

Wer hat da wohl noch so alles an der Pandemie mitverdient? Söder?

Zimmermann
1 Monat zuvor

Richtig alle ins gefÀngnis

Karsten MĂŒller
1 Monat zuvor

Das ist Mal wieder typisch fĂŒr die CDU, Kohle scheffeln und die Gastronomie und Hotellerie in die Pleite ziehen.