KlĂŒngel statt Kompetenz – Die peinliche Wahl der Wehrbeauftragten

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Der Gesundheitsminister der Bundesrepublik Deutschland ist gelernter Bankkaufmann. Die Bildungsministerin fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft hat PĂ€dagogik studiert.  Die Verteidigungsministerin dieses Landes absolvierte nicht einmal den Wehrdienst. Was klingt wie ein schlechter Scherz, ist politische RealitĂ€t im deutschen Bundestag. Die Altparteien vergeben Posten nicht nach Vorkenntnissen, Erfahrungen und Kompetenzen auf den erforderlichen Fachgebieten, sondern schachern sich die Posten untereinander so zu, wie es ihnen passt. Eine neue Spitze dieses Postengeschachers erreichten die Vertreter der genannten Parteien am heutigen Donnerstag bei der Wahl des neuen Wehrbeauftragten des Bundestags. Zur Auswahl stand auf der einen Seite die Sozialdemokratin Eva Högl, auf der anderen Seite Gerold Otten von der Alternative fĂŒr Deutschland.

Schon im Vorhinein hatte die Personalie fĂŒr erheblichen Wirbel gesorgt, da der linksaußenstehende SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich ĂŒberraschend die in Bundeswehrfragen und Verteidigungspolitik völlig unerfahrene Högl fĂŒr den Posten vorgeschlagen hatte. Die SPD-Kandidatin hatte weder in ihrer beruflichen, noch in ihrer politischen Karriere jemals ein Amt inne, was sie fĂŒr den Posten der Wehrbeauftragten qualifiziert. DarĂŒber hinaus ist mit der Person Eva Högl ein mehr als peinlicher Auftritt bei einer Pressekonferenz aus dem Jahre 2017 verbunden. WĂ€hrend der damalige SPD- Kanzlerkandidat Martin Schulz den Medienvertretern seine Trauer ĂŒber einen Terroranschlag in Barcelona ausdrĂŒckte, stand die SPD-Abgeordnete lachend und feixend im Hintergrund. Ihr mehr als unpassendes Verhalten begrĂŒndete sie spĂ€ter mit VerstĂ€ndigungsproblemen. Alles in allem eine mehr als fragwĂŒrdige Nominierung von Seiten der SPD-Fraktion. Der Amtsinhaber Hans-Peter Bartels reagierte irritiert, der mit dem Posten liebĂ€ugelnde Krawallmacher Johannes Kahrs gab gekrĂ€nkt seine komplette politische Karriere auf.

Ganz anders als Högl besitzt der AfD-Kandidat Otten umfassende Kenntnisse auf allen Sachgebieten der neuen Aufgabe. Der 64-jĂ€hrige war ĂŒber 20 Jahre in der Bundeswehr aktiv und dort als Waffensystemoffizier tĂ€tig. Seine letzten Dienstjahre verbrachte Otten damit, als Fluglehrer junge Offiziere an die kommenden Aufgaben heranzufĂŒhren. 1997 schied der Offizier im Dienstgrad einer Majors aus der Bundeswehr aus, ist jedoch bis heute Oberst der Reserve an der Offiziersschule der Luftwaffe in FĂŒrstenfeldbruck. Zusammenfassend eine mehr als hervorragende Wahl fĂŒr den zu besetzenden Posten des Wehrbeauftragten.

Leider verdeutliche die heutige Abstimmung im Parlament einmal mehr, dass der KlĂŒngel der Altparteien der entscheidende Faktor bei einer Postenbesetzung ist und nicht die vorzeigbaren Kompetenzen eines Kandidaten. Auf Högl entfielen 389 der 656 abgegebenen Stimmen, Gerold Otten konnte 92 Stimmen auf sich vereinen. Hinzu kamen beachtliche 171 Enthaltungen. Ein weiteres Zeichen fĂŒr eine mehr als umstrittene Wahl. Trotz allem konnte Högl unter mĂ€ĂŸig lautem Applaus und emotionslosen Mienen im Saal einen Blumenstrauß fĂŒr ihren neuen Posten entgegennehmen. In einem anschließenden Interview des Nachrichtensenders Phoenix rĂ€umte Högl dann sogar noch selbst ein, dass sie keine Verteidigungspolitikerin sei. Hinzu frohlockte sie wortwörtlich in die Kameras: „Ich mag die Bundeswehr sehr.“ Anscheinend reicht das im PolitikverstĂ€ndnis der Altparteien heutzutage fĂŒr die Besetzung eines so wichtigen Postens aus. Der blanke Hohn fĂŒr das Amt des Wehrbeauftragten.

Heute wurde wieder einmal mehr als deutlich, worum es den Mitgliedern der Altparteien geht: Posten, Dienstwagen und Macht. Leider haben sie schon lange vergessen, um was es in der Politik eigentlich gehen sollte: Das Wohl der BĂŒrger der Bundesrepublik Deutschland. Die AfD kĂ€mpft weiter darum, dass Kompetenzen und Sachkenntnisse Einzug in die deutsche Politik halten und dieser Vetternwirtschaft ein Ende bereitet wird!

TM

KlĂŒngel statt Kompetenz – Die peinliche Wahl der Wehrbeauftragten Zuletzt aktualisiert: 07.05.2020 von Team MĂŒnzenmaier
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JĂŒrgen A. Weis
4 Monate zuvor

Bin zwar nur ein kleiner Leutnant der Reserve. Überlege mir allerdings gerade, ob das die Bundesrepublik Deutschland ist, auf die ich mal einen Eid geschworen habe. Die eine hat keine Ahnung, der andere die falsche politische Einstellung!

Harry KĂŒhne
4 Monate zuvor

Ich habe mich damals freiwillig gemeldet und mir im Dienst die Knochen gebrochen. Inzwischen bin ich 4X operiert und der Körper ist zerstört. Die Bundeswehr mauert, will mit ihren Verletzten nichts zu tun haben. Ich bin praktisch ohne Gesundheitsversorgung. Ich bereue sehr mich gemeldet zu haben. Anbei: auf meine Frage wie denn mein Leben nun weitergehen soll bekam ich folgende Antwort: “Wen wollen sie verantwortlich machen? Es ist ihnen nicht befohlen worden sich was zu brechen”

Richard
4 Monate zuvor

Hr Högles Wahl ist einmal mehr die BestĂ€togung, daß es den Altparteien nic ht um eine sachorientierte Politik geht “!

Heidi Walter
4 Monate zuvor

Bitte nennt mir nur einen Namen eines sich in der momentan “reGIERenden” GroKo befindenden Mitglieds und in der dunkelrot-grĂŒn-gelben Opposition, welches auch nur einen Hauch von Kompetenz besitzt. Je niedriger der Intelligenzquotient, desto steiler die Karriere .

Siegfried Tutas
4 Monate zuvor

Ja, etwas anderes hatte ich von unserer Politik auch nicht erwartet. WĂŒrde man nĂ€mlich nach Fachkompetenz gehen, dann hĂ€tte niemand aus den Altparteien einen Posten. Alles wĂ€re von der AFD besetzt. Zu Recht. Fachkenntnis ist bei denen Mangelware.