Debatte der Woche: Aktuelle Stunde zu ThĂŒringen

Kommentare: 7 Kommentare
GeschÀtzte Lesezeit: 10 Minuten

Die hysterische Debatte um die Abwahl von Bodo Ramelow ist im deutschen Bundestag angekommen. Die Linke beantragte zu dem Thema eine aktuelle Stunde. Schon im Vorfeld ließ sich erahnen, dass dies vor allem dazu dient, möglichst viele Angriffe unter der GĂŒrtellinie gegen die AfD zu starten. DarĂŒber hinaus geht es der Linke auch darum, CDU/CSU und FDP zu konditionieren, damit diese nie wieder auf die Idee kommen, in irgendeiner Weise mit der AfD zu stimmen.

EinschĂŒchterung gehört zum Standardrepertoire linker Parteien von SPD ĂŒber GrĂŒne bis hin zur Linkspartei. Thomas Kemmerich und die FDP bekamen nach der MinisterprĂ€sidentenwahl in ThĂŒringen deutlich zu spĂŒren, was es bedeutet, wenn die politische Linke in Deutschland zum Sturm blĂ€st. Zahlreiche Angriffe gegen FDP-GebĂ€ude und massive Bedrohungen an Kemmerich und seine Familie waren die Folge. Kinder die nun unter Polizeischutz zur Schule gehen mĂŒssen sind mit das ekelhafteste Symptom dieses sogenannten „Antifaschismus“.

ErgĂ€nzend dazu soll nun im Rahmen einer aktuellen Stunde deutlich gemacht werden, dass in Deutschland nur noch linke Politik und Personal zulĂ€ssig sind. Die AfD als bĂŒrgerliche Opposition hat das natĂŒrlich nicht unwidersprochen gelassen.

Die Linke darf eröffnenŽ

Die Fraktionsvorsitzende der Linken Amira Mohamed Ali beginnt ihre Rede staatstragend mit der Frage nach dem Zustand der Demokratie. Die platte Antifa Parole „Kein Fußbreit den Faschisten“ sei bis zur MinisterprĂ€sidentenwahl in ThĂŒringen Konsens gewesen. Dass der ach so beliebte Bodo Ramelow sein Amt verloren hatte, sei ganz schlimm gewesen, vor allem, weil die AfD gejubelt hat. Kemmerich und Lindner wĂ€ren ja nicht gezwungen worden, die Wahl anzunehmen bzw. zu gratulieren. Jetzt bedankt Ali sich noch fĂŒr die couragierten „Antifaschisten“, die so viel Druck machten, dass Kemmerich zum RĂŒcktritt gezwungen worden ist. Unfassbar, denn dies ist nichts anderes als Verherrlichung linksextremen Straßenterrors.

Der Vorgang zeige, wie wichtig es ist, dass Antifaschisten aufstehen. Eine klare Botschaft an die eigenen linksradikalen Antifa-Straßentrupps. Viele Menschen hĂ€tten durch diese Wahl gegen demokratische Grundwerte ihr Vertrauen in die Demokratie verloren. Es folgen ein weiteres Loblied auf Bodo Ramelow und ein Angriff gegen die CDU, weil sie sich zwar von der AfD aber eben auch von der Linkspartei abgrenze.

Amira Mohamed Ali redet sich immer weiter in Rage. Mit zornigem Blick steht sie am Rednerpult und spult das Einmaleins der Linksradikalen ab. Wie schon zu erwarten war, ist die Rede eine einzige Standpauke an Union und FDP, garniert mit haltlosen Beschimpfungen gegen die AfD. Ein beschÀmender Beitrag zum deutschen Parlamentarismus.

Der CDU-GeneralsekretÀr erwidert

FĂŒr die CDU antwortet Paul Zimiak. Er spricht von Verantwortung der Union, springt zugleich ĂŒber das Stöckchen der Linkspartei und beginnt erst einmal mit absurden Rechtsextremismus-VorwĂŒrfen an die AfD. Ein lĂ€cherliches Zitat eines ironischen Tweets von einem AfD-Mitarbeiter soll das unterstreichen. Selbstherrlich spricht er kurz in der dritten Person von sich selbst und fragt, warum der GeneralsekretĂ€r der CDU Höcke einen Nazi nennt. Er gibt gleich die plumpe Antwort dazu, nĂ€mlich, weil er erwiesenermaßen ein Nazi sei. Ein peinlicher Auftritt und Kniefall vor den linksradikalen Diffamierern in diesem Land.

FĂŒrs Protokoll muss er dann doch noch Beleidigungen und Gewalt in der Folge der MinisterprĂ€sidentenwahl beklagen. GemĂ€ĂŸ des eigenen Parteitagsbeschlusses geht er auch die Linkspartei wegen der NĂ€he zur SED und Positionen zu EU und Nato an. Er zitiert auch einen unfassbaren Tweet der Linkspartei-Jugendorganisation, die am Jahrestag der Bombardierung von Dresden „Bomber Harris do it again“ twittert. Paul Zimiak bemĂŒht sich um Abgrenzung zu AfD und Linkspartei gleichermaßen. Wenn man bedenkt, dass seine eigene Kanzlerin mit einem MinisterprĂ€sidenten Ramelow kein Problem hat und schon darĂŒber nachgedacht wird, dass die CDU in ThĂŒringen diesem bei einer erneuten Wahl ins Amt helfen soll, dann sind solche Bekenntnisse nichts anderes als eine Luftnummer bzw. Sand fĂŒrs Auge der WĂ€hler.

Dr. Alexander Gauland fĂŒr die AfD

Dr. Alexander Gauland bricht die ganze Aufregung herunter und betont, dass sich die Hysterie schlicht und einfach um eine demokratische Wahl mit einem ebenso demokratischen Ergebnis dreht. „So weit, so normal“. Nicht normal ist es aber, wenn eine Kanzlerin sagt, sie möchte demokratische Wahlen rĂŒckgĂ€ngig machen. Sogar bei Walter Ulbricht musste alles demokratisch aussehen, aber das, was sich nach ThĂŒringen abspielte, sah nicht einmal mehr demokratisch aus.

Gauland klagt auch die Gewalt linker Antifa-Banden klar und deutlich an. Ein historischer Vergleich sollte den Altparteien auf die SprĂŒnge helfen. Als herauskam, dass Willy Brandt mit gekauften Stasi-Stimmen ein Misstrauensvotum ĂŒberstand, forderte Niemand im Nachgang dessen folgende Amtszeit als illegitim zu betrachten. FĂŒr die Altparteien sind also AfD-Stimmen schlimmer als gekaufte Stimmen des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit.

Alexander Gauland befĂŒrchtet auch, dass sich die CDU ĂŒber kurz oder lang der Linkspartei öffnen werde. Die von Zimiak angedeutete Gleichheit von AfD und Linkspartei stimme tatsĂ€chlich nicht, denn die AfD ist eine demokratische Volkspartei und die Linkspartei, die sich immer noch in die Tradition von Mauermörder stellt fordert weiterhin Sozialismus.

Durch einen Linksblock aller Parteien und der AfD als einziger Oppositionspartei wird es auf lange Sicht immer schwerer, bĂŒrgerliche Mehrheiten zu haben. Das sollten sich Union und FDP genauer durch den Kopf gehen lassen.

Karsten Schneider (SPD) fordert Öffnung zur Linkspartei

Karsten Schneider fĂŒr die SPD bemĂŒht gleich zu Beginn einen unpassenden historischen Vergleich mit der Weimarer Republik. Die Wahl Kemmerichs sei ein Tabubruch gewesen. Schneider beschwört das Ende der Demokratie, wenn rechte Parteien nicht isoliert werden und ĂŒbt sich in Fatalismus.

Kein historischer Vergleich ist den Altparteien zu klein, selbst wenn diese hinken. ErwartungsgemĂ€ĂŸ holt der SPD-Redner dann auch zur Schelte von CDU/CSU und FDP aus. Er greift Christian Lindner an, weil dieser seinem Parteifreund Kemmerich nach der Wahl Viel GlĂŒck“ gewĂŒnscht hatte. Auch von ihm kommt Lob fĂŒr die sogenannten „antifaschistischen Proteste“ nach der Wahl, wenn auch nicht ganz so unverhohlen wie bei der Linkspartei.

Dem Koalitionspartner gibt Schneider noch den Ratschlag, sich nicht weiter von der Linkspartei abzugrenzen, weil das ja am Ende nur der AfD nutzen wĂŒrde. Lob gibt es noch fĂŒr die Kanzlerin der linken Herzen. Alle gegen die AfD, ist die Losung des SPD-Mannes.

Christian Lindner knickt vor linkem Gesinnungsterror ein

Der in den letzten Tagen viel gescholtene Christian Lindner tritt ans Mikrofon. Er erklĂ€rt, die Absicht des Wahlantrittes sei es gewesen, „ein Zeichen fĂŒr die politische Mitte“ zu setzen, als ob man sich als Fraktion bereits entschuldigen mĂŒsste einen Gegenkandidaten zu Bodo Ramelow aufzustellen. Das Ergebnis habe das aber ins Gegenteil verzerrt. ReumĂŒtig steht Lindner am Rednerpult und entschuldigt sich fĂŒr seine FDP. Scheinbar hat der linke Gesinnungsterror seine Wirkung nicht verfehlt.

Er meint, die FDP habe aber Verantwortung ĂŒbernommen und wĂŒrde den Vorfall noch weiter intensiv aufarbeiten. „Erfurt war ein Fehler, aber wir unternehmen alles, damit sich dieser Fehler nicht wiederholen kann“ – So der angezĂ€hlte FDP-Vorsitzende. Scheinbar glaubt er, sich damit wieder Pluspunkte im linken Establishment holen zu können. PflichtgemĂ€ĂŸ schimpft Lindner auch noch in Richtung der AfD, spricht ihr die BĂŒrgerlichkeit ab und ergibt sich dem linken Narrativ von einer NĂ€he zum Nationalsozialismus. Lindner fĂŒhlt sich darĂŒber hinaus noch von der AfD reingelegt mit der Wahl des FDP-Kandidaten und meint, dass sei doch undemokratisch.

Der Form halber muss Lindner sich dann doch noch ĂŒber Gewaltandrohungen und Angriffe auf seine Partei aufregen, auch wenn er dem linken Terror schon mit seinem zu Kreuze kriechen am Anfang der Rede, Recht gegeben hat.

Kathrin Göring-Eckardts grĂŒne Predigt

Der leitende BundestagsprĂ€sident Oppermann beklagt zunĂ€chst „GerĂ€usche“ seitens der AfD-Fraktion vor der Rede der GrĂŒnen. Gegen unzĂ€hlige Zwischenrufe bei der Rede von Alexander Gauland hatte Oppermann allerdings keine Ermahnung ĂŒbrig.

FĂŒr die GrĂŒne brauche es nur 4 Buchstaben fĂŒr einen guten Demokraten: „Nein“. Nein zu Faschisten und natĂŒrlich auch Nein zur AfD. Und „Nein“ hĂ€tte Kemmerich laut Göring-Eckhardt auch zur Wahl sagen sollen. Die AfD habe die Demokratie lĂ€cherlich gemacht, sei aber damit gescheitert, weil die „Demokratinnen und Demokraten gestanden haben“. FĂŒr die GrĂŒnen ist es eben nur Demokratie, wenn ein Linker gewĂ€hlt wird und Antifa-GewalttĂ€ter sind fĂŒr sie standhafte Demokraten.

FĂŒr grĂŒne Moralpredigten gefĂŒrchtet, kommt auch Göring-Eckhard mit unverschĂ€mten Vergleichen zwischen AfD und Nationalsozialisten und belehrt FDP und CDU, wie sie sich zu verhalten haben. TDie totalitĂ€re GrĂŒne will offenbar klarstellen, dass nur Demokrat ist, wer linksgrĂŒner Ideologie anhĂ€ngt. Zugleich lobt sie jedes antifaschistische Engagement und distanziert sich nicht von Gewalt. FĂŒr Lacher sorgt dann ihre Behauptung, sie sei Teil der BĂŒrgerrechtsbewegung in der DDR gewesen. Verhandlungen mit der Linken seien ihr ja nicht leichtgefallen. Eine durchsichtige Strategie der KrokodilstrĂ€nen, denn natĂŒrlich haben die GrĂŒnen keine Probleme mit Linksradikalen. Setzt sich ihre Partei doch in wesentlichen Teilen aus solchen zusammen.

Tankred Schipanski befragt sich fĂŒr die CDU selbst

Sich selbst Fragen zu stellen und zu beantworten scheint in der CDU beliebt zu sein, denn Schipanski liest sich selbst auch Fragen vor und beantwortet diese direkt im Anschluss. Es folgt die ĂŒbliche Distanzierung und Selbstgeißelung. Die Wahl Kemmerichs war ein Fehler und er verteidigt das „rĂŒckgĂ€ngig machen“ der Kanzlerin.

Ein Eingreifen der CDU Bundespartei war seiner Ansicht nach gerechtfertigt und eine Abgrenzung zu AfD und Linkspartei sei fĂŒr die CDU geboten. Die Linkspartei reagiert mit Zwischenrufen, wenn ein CDU-Redner die AfD und Linkspartei in einem Satz erwĂ€hnt. Die Kanzlerin und deren Eingreifen aus SĂŒdafrika wird von dem braven CDU-Parteisoldaten dann auch noch verteidigt und die Rede endet mit Hoffnung auf einen Neustart in der CDU ThĂŒringen.

Starke Worte fĂŒr die AfD von Tino Chrupalla

Tino Chrupalla begrĂŒĂŸt es, dass ĂŒber die VorgĂ€nge in ThĂŒringen gesprochen wird. Vor allem, weil diese demokratische Wahl dermaßen in den Schmutz gezogen wird. Das, was nach der demokratischen Wahl von Thomas Kemmerich passierte, hĂ€tte sich Chrupalla nicht vorstellen können. Das Verhalten der Bundeskanzlerin und auch von Teilen der CDU ist zutiefst beschĂ€mend. Der Umgang mit der Wahl und nicht etwa die Wahl selbst hat das Vertrauen in die Demokratie beschĂ€digt. Hier wurden Parteiinteressen ĂŒber die parlamentarische Demokratie gestellt. WĂ€hrend eines Staatsbesuches in SĂŒdafrika wird von der Kanzlerin angeordnet, eine Wahl „rĂŒckgĂ€ngig zu machen“. „Das sind Zeichen einer Bananenrepublik“ – So Chrupalla deutlich.

In unserer Republik klammern sich die Altparteien mit unlauteren Mitteln an die Macht. Das nichtig machen von Wahlen ist aber deutliches Kennzeichen einer Diktatur. Bei demokratischen Ergebnissen, die den Altparteien nicht in den Kram passen, pfeifen diese auf die Demokratie. Tino Chrupalla als Abgeordneter aus Sachsen erinnert an DDR Zeiten. Auch die Entlassung des Ost-Beauftragten Christian Hirte ist ein deutliches Zeichen, dass hier ein Klima der Angst geschaffen werden sollen. Die Die Bedrohungslage von Kemmerich und seiner Familie, sowie vieler anderer Politiker des nicht-Linken-Spektrum, zeigt dies deutlich.

Die Abwahl Bodo Ramelows war keine Schande oder Zeichen einer Unkultur, wie es in den Medien zu lesen war, viel mehr wĂŒrden die Altparteien selbst die Axt an den Stamm der Demokratie anlegen. Chrupallas Appell von zur RĂŒckkehr zu einer demokratischen Kultur wird mit GelĂ€chter bei den Altparteien beantwortet. Eine symboltrĂ€chtige Situation!

Nichts Neues von Elisabeth Kaiser (SPD)

Die junge Abgeordnete der SPD bringt nichts Neues in die Debatte. Im Grunde genommen wird derselbe Tenor der linken Vorredner bemĂŒht. Die AfDler seien „Faschisten“, der RĂŒcktritt Kemmerichs sei richtig gewesen und grundsĂ€tzlich ist nur linke Politik demokratisch.

Die Haltung der ThĂŒringer FDP und CDU sei nach wie vor schrecklich und es sei beschĂ€mend, dass es keine Entschuldigungen aus dem Landesverband gegeben habe. Ebenfalls schrecklich findet Kaiser, dass sie Menschen fragen, was denn so schlimm an einer demokratischen Wahl sei. Dass dies fĂŒr eine SPD-Abgeordnete unverstĂ€ndlich ist, darf den geneigten Zuhörer leider auch nicht mehr wundern.

Es folgen wieder die ĂŒblichen abwegigen NS-VorwĂŒrfe in Richtung der AfD. Und da wundern sich die Altparteien, dass sie als ein Block wahrgenommen werden, wenn sie alle das Gleiche erzĂ€hlen.

Jan Korte wĂŒtet gegen Zimiak

Jan Korte schreitet schon wĂŒtend ans Rednerpult. Er schimpft den CDU-GeneralsekretĂ€r Paul Zimiak wegen des vorgeworfenen „Bomber Harris do it again“-Zitates, weil dieses ja nicht vom Bundesverband der Linksjugend stamme, sondern nur von einer Ortsgruppe. Korte schreit in Richtung des GeneralsekretĂ€rs, dass dies doch „Fake-News“ seien. Als ob das Zitat mit seiner Forderung nach der brutalen Ermordung von zehntausenden Dresdnern damit gerechtfertigt sei.

Eine ZĂ€sur sei die thĂŒringische MinisterprĂ€sidentenwahl deswegen gewesen, weil mit „Nazis“ zusammengearbeitet worden sei. Korte greift nun die weiteren VorwĂŒrfe Zimiaks in Richtung der Linkspartei auf und gibt unumwunden zu, dass die Linke die Rechtsnachfolge der SED ist. Aber natĂŒrlich hĂ€tte die Linke daraus gelernt und fordere keinen Sozialismus ohne Demokratie. Wie auch immer das aussehen soll?

Er wirft der CDU und FDP nun vor, dass sie 1990 die Blockflöten der DDR einfach als LandesverbĂ€nde geschluckt hĂ€tten. SED-VorwĂŒrfe gegen die CDU sind immerhin originell, wenn auch abwegig.

Korte kommt zurĂŒck zum linken Lieblingsthema. Kritik an radikalen Linken und/oder Linksextremisten ist immer eine Verharmlosung des Faschismus und eine Abgrenzung der CDU von der Linkspartei sei geradezu bizarr. CDU und FDP möchte Korte noch an ihre „staatspolitische Verantwortung“ erinnern. Das heißt fĂŒr ihn natĂŒrlich nichts anderes, als Bodo Ramelow anstandslos wieder ins Amt zu wĂ€hlen.

Merkels neuer Ostbeauftragter, Marco Wanderwitz

Der neue Ost-Beauftragte von Merkels Gnaden, Marco Wanderwitz, darf sich zu Wort melden. Dieser hatte in der Vergangenheit schon die AfD als „giftigen Abschaum“ bezeichnet. Zu Beginn wirft er einen Blick auf das Wahlergebnis der Landtagswahl in ThĂŒringen. Zum ersten Mal hĂ€tten die politischen RĂ€nder die Mehrheit erhalten. Er wiederholt die Schilderung der AblĂ€ufe zur MinisterprĂ€sidentenwahl nochmal aus seiner Sicht. Nichts, was man in dieser Debatte nicht schon einmal gehört hĂ€tte. Der VollstĂ€ndigkeit halber sei erwĂ€hnt, dass auch bei Wanderwitz die ĂŒblichen Beschimpfungen Richtung AfD nicht fehlen dĂŒrfen. Bemerkenswert ist allerdings, dass er sich den EinschĂ€tzungen zur AfD von Kathrin Göring-Eckhard vollstĂ€ndig anschließt. Von Jemanden, den die Kanzlerin in ein Amt gehievt hat, ist nichts anderes zu erwarten, als Offenheit fĂŒr die GrĂŒnen. Wanderwitz, man möchte meinen Omen est Nomen. Hoffentlich wandert er bald weiter.

Frauke Petry (fraktionslos) gegen Alle

Sie erinnern sich bestimmt noch an Frauke Petry. Als fraktionslose Abgeordnete darf Petry auch zum Thema ThĂŒringen im Bundestag sprechen. Sie wirft der Linkspartei vor, es gehe ihr um Kontrolle, nicht um Demokratie. CDU und FDP wird vorgeworfen keine Strategie gegen die AfD zu haben. Generell wirkt es teilweise schon fast unfreiwillig komisch, wie sie gegen ihre ehemalige Partei schimpft. Frauke Petry als fraktionslose Abgeordnete teilt einfach gegen alle Fraktionen aus und verlĂ€sst danach das Rednerpult flotten Schrittes Richtung Ausgang.

Christoph Matschie (SPD) verlangt Demut

FĂŒr Matschie kam von der Union zu viel Kritik an der Linkspartei und zu wenig Demut. Die AfD kann fĂŒr Matschie niemals Bestandteil bĂŒrgerlicher Politik sein. Auch der SPD Redner stĂ¶ĂŸt ins gleiche Horn der linken Vorredner. LĂŒgen und PlattitĂŒden ĂŒber eine NĂ€he der AfD zu rechtsradikalem Gedankengut. Gegen die AfD zu operieren erhebt Christoph Matschie schon zum demokratischen Grundkonsens. Zum Schluss noch ein Appell an die CDU, den Weg fĂŒr Neuwahlen freizumachen. Zugegebenermaßen ist dies der erste pragmatische Ansatz der Altparteien in dieser Debatte.

Marco BĂŒllow mag die Mitte nicht

Das ehemalige SPD-Mitglied Marco BĂŒlow und heute fraktionsloser Abgeordneter beklagt vor allem eine unehrliche Haltung von CDU und FDP, weil diese nicht dazu stehen wĂŒrden, dass sie diese Wahl eben gemeinsam mit der AfD gewinnen wollten.

Lauthals schimpft er auf die sogenannte politische „Mitte“ und beklagt halbherzige Abgrenzung.

Michael Kuffer CDU /CSU mit drastischer Falschbehauptung

Michael Kuffer liefert einen weiteren Rechtfertigungsbeitrag fĂŒr die eigene Partei und die FDP gleich mit. Er wiederholt nochmal ausfĂŒhrlich die ĂŒblichen AltparteienmĂ€rchen. Besonders frech und schon fast justiziabel ist dabei die Falschbehauptung, Björn Höcke habe den Holocaust geleugnet. Die NSDAP-Vergleiche haben Hochkonjunktur in dieser Debatte. Was Anderes fĂ€llt dem tobenden Abgeordneten Kuffer auch nicht mehr ein. Linksextremismus ist fĂŒr ihn ein polizeiliches Problem und der Rechtsextremismus ein gesellschaftliches. Bemerkenswert, dass Linksextremismus fĂŒr ihn kein gesellschaftliches Problem ist und Rechtsextremismus kein polizeiliches. Dies erschließt sich wohl nur ihm.

Fazit

Die aktuelle Stunde zu den VorgĂ€ngen in ThĂŒringen brachte von Seiten der Altparteien kaum neue Erkenntnisse. Die EingangseinschĂ€tzung hat sich vollstĂ€ndig bestĂ€tigt. Die FDP knickt ein vor den linken UnterdrĂŒckungsmechanismen. Mit seiner Entschuldigung dĂŒrfte Christian Lindner dem Gesinnungsterror, der nach der Abwahl Bodo Ramelows ausgeĂŒbt worden ist, weiter Aufwind verleihen. Schließlich hatte dieser vollumfĂ€nglichen Erfolg.

Rhetorisch erreichen die Altparteien mittlerweile die höchste Eskalationsstufe. GegenĂŒber der AfD wird nicht einmal mehr der Versuch der inhaltlichen Auseinandersetzung unternommen und kein Vergleich mit Nazi-Verbrechen, Holocaust und Gaskammern ist zu abwegig um ihn nicht in Richtung der einzig verbliebenen bĂŒrgerlichen Partei im Bundestag zu schreien. Eine eklatantere Verharmlosung des Nationalsozialismus ist kaum vorstellbar.

Die AfD wird sich davon nicht provozieren lassen. Dem BĂŒrger wird bei diesem Schauspiel schon klarwerden, wo im Deutschen Bundestag die Demokraten sitzen!

TM

 

Debatte der Woche: Aktuelle Stunde zu ThĂŒringen Zuletzt aktualisiert: 13.02.2020 von Team MĂŒnzenmaier
Jetzt teilen!

7
Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
7 Kommentatoren
  Abonnieren  
neueste Àlteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
francomacorisano

In der aktuellen Diskussion kommt es mir so vor, als gÀbe es heute viel mehr Nazis als zu Zeiten von A. H. 
!

cbergdoll

Ich habe mir nur die Rede von Herrn Gauland angehört. Wie immer sehr hörenswert.

Wolfgang Scherer

Weitermachen, nur jetzt nicht einschĂŒchtern lassen. Die meisten Links/GrĂŒnen haben keinen ordentlichen Beruf und auch nichts abgeschlossen studiert. Die kĂ€mpfen um ihre gut bezahlten Staats-Jobs. Ähnlich geht es unserem Staatsfunk und den links/grĂŒnen Medienvertretern. Der Vorgang ThĂŒringen hat sie verunsichert, also hauen sie jetzt planlos um sich. SPD/FDP/CDU zerlegen sich derzeit selbst. Das wird uns neue Mitstreiter bringen und auch die nĂ€chsten Wahlergebnisse positiv beeinflussen. Aber es wird noch ein steiniger Weg ĂŒber viele Jahre. Bei eventuellen Neuwahlen in ThĂŒringen, werde ich unsere Freude dort finanziell unterstĂŒtzen.
Freundliche GrĂŒsse, zur Zeit aus Teneriffa.
Wolfgang Scherer (ID 10634498)

Sehr fleißige Dokumentation der wĂŒrdelosen VorgĂ€nge im “Hohen Hause”. Mich erinnert alles an das Niederschreien oder NiederknĂŒppeln Unangepasster im Dritten Reich. Die Gleichschaltung unseligen Angedenkens lebt. Die Politik wĂ€hle oder importiere sich ein neues Volk

Max Axel Jurke

Was die Fr. Petry gesagt hat,war sicher nur eine Feststellung und kann man verstehen wie man will. Glaube nicht, daß ihre Äußerung gegen die AfD gerichtet war. Daß diese Worte auch falsch verstanden werden können, ist ihr möglicherweise nicht sofort aufgefallen. Dann aber hat sie, denke ich erst den Saal verlassen.

Silvio

Seit Merkel und ” Knechten ” geht es steil bergab!!!!

Auf fast allen Gebieten.

Dass solch eine ” bescheidene ” Peson Deutschland

regieren darf, dass zeigt doch den Zustand des Volkes/WĂ€hlers deutlich.

J.S.

Hallo Parteifreunde, wenn man einiges davon weiß, was
echte Nazis den Menschen angetan haben, dann muß unbedingt jeder angezeigt werden, der uns als Nazis bezeichnet! Unmöglich, daß sogar Abgeordnete der Altparteien im Bundestag (!) unsere Fraktion so beschimpfen dĂŒrfen! Mir völlig unverstĂ€ndlich, daß da alle so mit machen.