Über 250.000 Dollar! – Amthors teure Aktienoptionen bei Augustus

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Es ist ruhig geworden um den einstigen Hoffnungsträger der Christdemokraten Philipp Amthor. Schon seit dem 12. Juni stehen die normalerweise kontinuierlich bespielten Kanäle des Nachwuchspolitikers in den sozialen Netzwerken komplett still. Der 27-Jährige, welcher in seinen Bundestagsreden gerne den moralischen Zeigefinger hob und mit juristischer Kleinkariertheit auffiel, hat sich spürbar zurückgezogen und leckt die Wunden seines Lobby-Skandals für das zwielichtige Unternehmen Augustus Intelligence. Unter anderem hatte der CDU-Mann den Gründern des Unternehmens die Türen ins Wirtschaftsministerium geöffnet, sich auf offiziellem Briefpapier des Bundetages bei Peter Altmaier für Augustus eingesetzt und auch beim Verkehrsminister Andreas Scheuer vorgesprochen. Nun sind neue Details seiner Lobbyarbeit für die mysteriöse Ney Yorker Firma ans Licht gekommen. Nach Medienberichten hatten die Aktienoptionen des Jungpolitikers am Unternehmen einen hohen sechsstelligen Wert.

250.000 US-Dollar Aktienwert

Wie im Juni diesen Jahres bekannt wurde, besaß Amthor neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter einen Direktorenposten in dem Start-Up-Unternehmen „Augustus Intelligence“. Neben zahlreichen Luxusreisen, welche der CDU-Politiker mit Mitarbeitern des Unternehmens antrat, hielt er 2.817 Optionen, Augustus-Anteile zu erwerben. Nach übereinstimmenden Medienberichten haben diese Optionen einen geschätzten Gesamtwert von über 250.000 US-Dollar. Dies entspricht zwei vollen Jahresbezügen eines Bundestagsabgeordneten. Der tatsächliche Wert der Aktienoptionen hängt jedoch von mehreren Faktoren ab und ist variabel. Entscheidend ist hierbei allen voran der zukünftige Erfolg der Firma. Der Verdacht, dass Amthor mit seiner Lobbyarbeit eine Wertsteigerung der Firma vorantreiben und von diesem Erfolg auch finanziell profitiert wollte, steht nun im Raum und wird in Medienberichten diskutiert. Philipp Amthor selbst hat sich zu den neuerlichen Erkenntnissen noch nicht geäußert. Eine Medienanfrage, welche um die Herausgabe des Augustus-Vertrages bat, um den Gegenwartswert der Aktienoptionen Amthors zu bestimmen, ignorierte Amthor. Ein Nachweis, dass der Jungpolitiker seine Anrechte tatsächlich aufgab, ist bisher ebenso wenig erbracht. Es bleiben Fragezeichen um Amthor und Augustus.

Zwielichtige Firma mit besten CDU-Kontakten

Zudem zeigt sich das Unternehmen Augustus Intelligence, für welches sich Amthor leidenschaftlich bei seinen Parteikollegen einsetzte, als äußerst mysteriös und undurchschaubar. Zwar wirbt die Firma damit, ein „B2B-Tech-Unternehmen“ zu sein, jedoch fehlt ein konkretes Produkt, welches künstliche Intelligenz anwendet und auf dem Markt erhältlich ist. Hinzu weht durch die Manager- und Beraterstühle der Firma ein auffällig starker christdemokratischer bzw. christsozialer Wind: Neben Amthor haben unter anderem auch Hans-Georg Maaßen und Karl-Theodor zu Guttenberg an den Aktivitäten des Unternehmens mitgewirkt. Der Verdacht der CDU/CSU-Vetternwirtschaft drängt sich geradezu auf.

Amthors Karriere am Ende?

Bisher hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion versucht, den Amthor-Skandal gekonnt zu ignorieren und möglichst aus der deutschen Medienlandschaft herauszuhalten. In der Sonne der hohen Corona-Umfragewerte störten kritische Nachfragen nach dem Jung-Lobbyisten aus Mecklenburg-Vorpommern. Die neuerlichen Erkenntnisse werfen aber neue Fragen auf, welche nicht weiter ignoriert werden können. Amthor sollte endlich die erforderlichen Dokumente offenlegen und die Mauer des Schweigens durchbrechen. Die Wähler in Deutschland haben diese Transparenz verdient.

TM

Über 250.000 Dollar! – Amthors teure Aktienoptionen bei Augustus Zuletzt aktualisiert: 07.07.2020 von Team Münzenmaier
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