TV-Kritik: Alice Weidel bei Anne Will

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Nachdem die Politik in Deutschland immer noch maßgeblich von der Abwahl Bodo Ramelows als ThĂŒringer MinisterprĂ€sident bestimmt wird, beschĂ€ftigte sich auch die Talksendung von Anne Will mit diesem Thema. Durchaus bemerkenswert, dass im Öffentlich-Rechtlichen diesmal nicht nur ĂŒber, sondern auch mit der AfD gesprochen wurde. So wurde neben Wirtschaftsminister Peter Altmaier, BundestagsvizeprĂ€sidenten der FDP Wolfgang Kubicki, Juso Vorsitzenden Kevin KĂŒhnert, Spiegel-Journalistin Melanie Amann und Sarah Wagenknecht von der Linkspartei auch die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel eingeladen.

Nach dem angeblichen „demokratiepolitischen Desaster“, welches die totalitĂ€re Rhetorik der Altparteien bisher prĂ€gte, durfte man mit Spannung erwarten, ob sich dies in der Sendung weiter fortsetzen wĂŒrde.

„Blamage“ & „Politische Hygiene“

Anne Will sparte schon zu Beginn nicht mit verbalen Superlativen im RĂŒckblick auf die VorgĂ€nge in ThĂŒringen. Auch der Einspieler zum Thema sparte nicht mit Dramatik, unterstrichen von entsetzten Altparteien-Statements.

Peter Altmaier darf als erster zu Wort kommen und meint, das Ganze war eine Blamage sowohl fĂŒr die CDU/CSU wie auch fĂŒr FDP. Die CDU habe immer klar gesagt, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben wĂŒrde und nun glaubt Altmaier, dass sie eine „Brandmauer“ zur AfD gezogen hĂ€tten. Anne Will fragt nochmal nach, ob denn die bisherigen BemĂŒhungen ausreichen wĂŒrden, um das Ergebnis „rĂŒckgĂ€ngig“ zu machen. Altmaier betont noch einmal, dass die CDU in Richtung von Neuwahlen gehen möchte.

Kevin KĂŒhnert geht es momentan um Schadensbegrenzung. KĂŒhnert stellt fest, dass an Neuwahlen wohl kein Weg vorbeifĂŒhren wĂŒrde, weil ja Niemand mit der AfD in irgendeiner Weise abstimmen möchte. KĂŒhnert Ă€ußert sich auch zur Anspielung, dass die AfD ja auch Ramelow bei einer erneuten MinisterprĂ€sidentenwahl im ersten Wahlgang wĂ€hlen könnte, dann dĂŒrfe dieser die Wahl, folgt man der Logik der Altparteienposse in ThĂŒringen, auch nicht annehmen. Generell weicht er dabei eher aus und unterstreicht, dass er in einem solchen Fall dann doch lieber Neuwahlen hĂ€tte. Es sei eine Frage „der politischen Hygiene“, dass bis zu einer Neuwahl des Landtages ein anderer als Kemmerich MinisterprĂ€sident sei, denn dieser befindet sich nach seinem RĂŒcktritt immer noch geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt.

KĂŒhnert spricht damit ungewollt aus, worum es eigentlich geht. Was in diesem Land „politisch hygienisch“ ist, bestimmen linke Moralisten und das soll wohl mehr zĂ€hlen als demokratische Wahlergebnisse. Alleine die Wortwahl ist an Menschenverachtung kaum zu ĂŒberbieten.

Klare Worte von Alice Weidel

Eingespielt wird nun das bereits angesprochene ironische Zitat von Alexander Gauland, dass eben die AfD auch Ramelow wĂ€hlen könnte, um den Linksradikalen als MinisterprĂ€sident zu verhindern. Alice Weidel darf sich nun zu den VorgĂ€ngen in ThĂŒringen Ă€ußern. NĂŒchtern resĂŒmiert sie, was in ThĂŒringen wirklich passiert ist und benennt auch klar, dass nach der Wahl der „linke Mob“ losgeschickt wurde, um unter anderem Thomas Kemmerich zu bedrohen. Auch, dass dieser unter Polizeischutz gestellt werden musste und es eben keinerlei Distanzierung der linken Altparteien gab, blieb nicht unerwĂ€hnt. Altmaier stört sich dann auch gleich an einem Vergleich mit der DDR. Ein sicher nicht ferner Vergleich, wenn demokratische Wahlen „rĂŒckgĂ€ngig“ gemacht werden sollen.

Alice Weidel erlÀutert auf Nachfrage auch nochmal, wie es zum Wahlverhalten im dritten Wahlgang kam, lÀsst sich nicht weichkochen und betont, dass die Entscheidung absolut richtig war.

Melanie Amann vom Spiegel begrĂŒĂŸt, dass jetzt geplant wird, abgesprochen in eine Wahl zu gehen und nennt die Wahl Kemmerichs einen „schmutzigen Trick“ der AfD. Amann versucht Alice Weidel wegen des Ausschlussverfahrens gegen Björn Hecke in BedrĂ€ngnis zu bringen. Der Versuch verfĂ€ngt nicht, denn Weidel wirft schnell ein, dass damalige VorwĂŒrfe eben nicht den Tatsachen entsprachen. Amann redet sich daraufhin in Rage, wĂ€hrend sich die AfD-Fraktionsvorsitzende nicht aus der Ruhe bringen lĂ€sst. Anne Will versucht nun ebenfalls gegen Alice Weidel Stimmung zu machen, indem sie zynisch fragt, warum die AfD von „Altparteien“ spricht und nun einen Vertreter derselben wĂ€hlt. Auch das kontert Alice Weidel sachlich aus, indem sie betont, dass Herr Kemmerich als MittelstĂ€ndler natĂŒrlich ein bĂŒrgerlicherer Kandidat als Ramelow gewesen ist. Die anderen Teilnehmer reden wild dazwischen.

Wagenknecht sieht Versagen der anderen

Sahra Wagenknecht darf sich nun zu einer eventuellen „Mitschuld“ Ramelows an seiner Abwahl Ă€ußern. NatĂŒrlich lobt sie ihren Genossen, gibt die Schuld  vor allem der CDU und FDP, da sie ja den Kandidaten aufgestellt haben. Die Opferinszenierung von eben diesen beiden Parteien stört sie massiv. Sie lobt noch die Leute, die auf die Straße gegangen sind, um gegen die Wahl zu protestieren. An Kubicki ist es, darauf hinzuweisen, dass Wagenknecht sich damit fĂŒr Bedrohungen und SachbeschĂ€digungen zumindest mit bedankt. Aus Sicht der Linkspartei-Politikerin muss vielmehr darĂŒber geredet werden, warum die AfD so stark ist. Aus ihrer Sicht nĂ€mlich wegen der verfehlten Politik der Regierungsparteien in den letzten Jahren. Als Beispiel nennt sie u.a. Sozialpolitik. Das zaubert nur ein mĂŒdes LĂ€cheln auf das Gesicht von Peter Altmaier, der auch direkt darauf antworten darf.

Dieser spielt den Ball plump zurĂŒck und meint, in den alten BundeslĂ€ndern wĂŒrden ja die LinksparteiwĂ€hler zur AfD abwandern. Altmaier findet es nicht sehr ruhmreich, dass sich Wagenknecht programmatisch geĂ€ußert hat. Als FĂ€hnchen im Wind redet man eben nicht gerne ĂŒber Sachthemen. Der Wirtschaftsminister sagt, der „Fehler in ThĂŒringen ist korrigiert“ und jetzt geht es darum, dass ein MinisterprĂ€sident nicht von Gnaden der AfD ins Amt kommt.

Kubicki wird zunĂ€chst auf seine Gratulation an Thomas Kemmerich direkt nach der Wahl angesprochen. Unter der Kanzlerin hat eine solche Gratulation bekanntermaßen zu einem Rauswurf gefĂŒhrt. Er rechtfertigt sich und meint, er selbst hĂ€tte eine solche Wahl nicht angenommen, gesteht aber seinem Parteikollegen zumindest zu, konsterniert gewesen zu sein. KĂŒhnert kommentiert das sarkastisch von der Seite und schĂŒrt Verschwörungstheorien von Absprachen im Vorfeld. Auch Melanie Amann befeuert diese GerĂŒchte. Kubicki weist das scharf von sich.

Kubicki wird von Anne Will und KĂŒhnert weiter wegen seiner Gratulation bedrĂ€ngt, als ob das ein schweres Vergehen gewesen sei. Wolfgang Kubicki befindet sich massiv in der Defensive. KĂŒhnert versucht ihm und seinem FDP-Parteifreund Kemmerich noch die Worte im Mund herumzudrehen und spart bei seinen AnwĂŒrfen auch wieder nicht mit drastischen Formulierungen. Mit Sparwitzen zwischendurch, ist ihm der Applaus des Studios sicher. Wie so oft ist deutliche Schlagseite in einer Sendung des Öffentlich-Rechtlichen zu spĂŒren.

Alice Weidel kann sich lĂ€chelnd zurĂŒcklehnen, wĂ€hrend sich die Altparteien gegenseitig zerfetzen. Nun streiten sich plötzlich alle, wer jetzt eigentlich wann Neuwahlen in ThĂŒringen möchte. An gegenseitigen VorwĂŒrfen wird nicht gespart. Die Situation hat eine AbsurditĂ€t, welche zu den abstrusen VorgĂ€ngen der letzten Tage gut passt.

Melanie Amann versucht das Verhalten der CDU in ThĂŒringen damit zu erklĂ€ren, dass dort viele CDU-WĂ€hler eben Höcke lieber als MinisterprĂ€sidenten sehen wĂŒrden , als einen Kandidaten der Linkspartei. NatĂŒrlich nicht ohne zu betonen, wie schlimm sie das findet.

„So weit reicht die Macht der Kanzlerin nicht“

Anne Will kommt danach tatsĂ€chlich auf die Entlassung des Ost-Beauftragten Christian Hirte zu sprechen und spielt ein Bild ein, wo die GlĂŒckwĂŒnsche von Kubicki und Hirte nebeneinandergesetzt sind. Nun kommt die interessante Frage an Peter Altmaier, ob Wolfgang Kubicki denn auch aus dem Amt entfernt werden mĂŒsse, wenn schon Herr Hirte fĂŒr seinen Tweet rausgeworfen wurde. Altmaier meint, es werde Niemand wegen eines Tweets entlassen, sondern das liege ja auch an anderen Aussagen und das hĂ€tten Angela Merkel, die CDU und der Koalitionsausschuss so beschlossen. Eine merkwĂŒrdige Antwort, denn der Koalitionsausschuss hat nach der Entlassung stattgefunden und laut Hirte, wurde er von Merkel persönlich in einem Telefonat aus seinem Amt „gebeten“. Die CDU wird die Kanzlerin dabei wohl kaum vorher gefragt haben. Insgesamt wirkt die Antwort ĂŒberhaupt nicht glaubwĂŒrdig.

Altmaier lĂ€sst noch sein totalitĂ€res Gesicht aufblitzen indem er andeutet, dass wenn Kubicki ein Staatsamt hĂ€tte, ĂŒber „Konsequenzen“ hĂ€tte gesprochen werden mĂŒsse. Kubicki veranlasst das zum ironischen Kommentar, dass wohl die Macht der Bundeskanzlerin an ihn nicht heranreiche.

Kevin KĂŒhnert drĂŒckt sich weniger gewĂ€hlt als Altmaier aus und geht ins Detail, warum Hirte aus dem Amt entfernt werden musste. Es geht ausschließlich um MeinungsĂ€ußerungen, die dem linken Rand zuwiderlaufen. Alice Weidel nennt diese Demokratieverachtung „unglaublich“. KĂŒhnert meint, das sei doch gar nicht antidemokratisch. Alice Weidel wird jetzt erneut deutlich und zeigt auf, dass das, was dort in ThĂŒringen passiert ist mit Demokratie nichts mehr zu tun hat und dass die AfD in Zukunft klarmachen werde, dass die Wahl der CDU zu einem MinisterprĂ€sidenten der Linken fĂŒhren kann. Altmaier und KĂŒhnert treibt das naturgemĂ€ĂŸ auf die Palme und die beiden schreien einfach dazwischen.

Altmaier will plötzlich auch mit AfD-WĂ€hlern gesprochen haben und diese hĂ€tten das Abstimmverhalten auch nicht gut gefunden. Dann folgen die ĂŒblichen Floskeln, warum die AfD ach so unzumutbar wĂ€re.

Die unsÀglichen Nazi-Vergleiche durften nicht fehlen

Sahra Wagenknecht widerspricht Peter Altmaier und seiner selbstgefĂ€lligen EinschĂ€tzung. Björn Höcke nennt sie dann noch einen „Nazi“. Wagenknecht schĂ€tzt allerdings zumindest korrekt ein, dass hier ein komplettes Versagen der Altparteien deutlich offengelegt wurde und dies langfristig der AfD nutzen werde. Altmaier gibt die Kritik einfach zurĂŒck und behauptet nun, sie wĂŒrde Werbung fĂŒr die AfD machen. Ein dauerndes hin-und-her.

Das Stichwort „Nazi“ veranlasst Anne Will nun, die Behauptung, man dĂŒrfe ja Björn Höcke, gerichtlich bestĂ€tigt, einen „Faschisten“ nennen, auszugraben. Daran kĂ€me ja Alice Weidel nicht vorbei. Anne Will sagt tatsĂ€chlich „Dieser Mann ist ein Faschist, man darf ihn so nennen“. Respektablerweise interveniert an der Stelle Wolfgang Kubicki, dass es ein Unterschied ist, ob man Jemanden so nennen dĂŒrfe oder ob er das tatsĂ€chlich ist. Er nennt diese Gleichsetzung sogar „irre“. Ob da Jemand wohl in den vergangenen Tagen gemerkt hat, wie es ist, stĂ€ndig als „Faschist“ oder „Nazi“ diffamiert zu werden?

Alice Weidel stellt dann auch in aller Deutlichkeit klar, dass „Faschist“ eben ein Werturteil ist, was im Rahmen der Meinungsfreiheit zulĂ€ssig ist, aber keineswegs gerichtlich bestĂ€tigt ist. Anzumerken ist an der Stelle, dass nahezu jeder in Deutschland ohne Konsequenzen Faschist genannt werden darf, was ja von Alparteienvertretern auch inflationĂ€r getan wird. Wagenknecht darf dann Höcke als Entgegnung mehrfach falsch zitieren und wiederholt abwegige NazivorwĂŒrfe. Weidel betont, dass sich das Land immer mehr in die Richtung entwickelt, dass jeder Andersdenkende als „Nazi“ oder „Faschist“ bezeichnet wird.

Peter Altmaier darf daraufhin noch einmal so tun, als ob sie die Linkspartei wegen deren Positionen ablehnen wĂŒrde, um dann schon wieder verdrehte Zitate und Beschimpfungen Richtung AfD zu schicken. Melanie Amann prophezeit der CDU keine gute Zukunft, wenn sie weiter daran festhĂ€lt sich von AfD und der Linkspartei abzugrenzen, denn die Basis tendiert zum Teil eben schon eher zur AfD. Kubicki kommt wieder zurĂŒck vom Thema und sagt, es gebe eben nicht viele Möglichkeiten, wie es in ThĂŒringen weitergeht. Entweder löst sich der Landtag auf oder die CDU sorgt fĂŒr eine zweite Amtszeit Bodo Ramelows. Es folgt ein Einspieler mit einem Zitat des CDU-FunktionĂ€rs Daniel GĂŒnther, der sich fĂŒr eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei offen zeigt.

“Sie sitzen alle in einem Boot”

Kevin KĂŒhnert wird gefragt, ob es eine gute Idee wĂ€re, dass die CDU die Linkspartei wĂ€hlen wĂŒrde. Dieser lobt lieber Ramelow als von „Allen gemocht“ und geht Peter Altmaier an, weil es aus seiner Sicht zu viele CDU-Mitglieder gab, welche die Abwahl Ramelows begrĂŒĂŸten. Altmaier wiederholt sich pflichtschuldig, dass sich die CDU an ihre AbgrenzungsbeschlĂŒsse halten wĂŒrde. Anne Will möchte ihm das nicht so recht abnehmen und beklagt die mangelnde AutoritĂ€t von Kramp-Karrenbauer, weil sich ja scheinbar nicht alle darangehalten haben. Als braver CDU-FunktionĂ€r darf der Wirtschaftsminister seine Parteivorsitzende dann auch verteidigen. Den Redefluss muss die Moderatorin dann abwĂŒrgen und gibt das Wort wieder an die Journalistin Melanie Amann. Sie legt dar, warum AKK scheinbar innerhalb der Partei keine AutoritĂ€t hat. Ganz schlimm findet Amann, dass sich jetzt nach ThĂŒringen die Altparteien untereinander streiten, denn das wĂŒrde ja nur der AfD nĂŒtzen. „Sie sitzen alle in einem Boot“ – mit dieser Formulierung muss die Journalistin Kevin KĂŒhnert daran erinnern, dass sie doch alle bis auf die AfD unter dem Strich eh nur das Gleiche wollen.

Anne Will greift die vorherige Frage Kubickis auf und fragt nochmal, wie es denn nun in ThĂŒringen weitergehen soll. Altmaier betont, dass es doch sein könne, dass Ramelow auch ohne CDU-Stimmen gewĂ€hlt werden wĂŒrde. Eine klare Aussage bekam der Zuschauer natĂŒrlich nicht. Wagenknecht warnt jetzt davor, dass der einzige Inhalt der Altparteien eine Haltung „Wir alle gegen die AfD“ bleibt, denn das nĂŒtze langfristig ja nur eben der AfD. Sie beschwört, dass Parteien wieder ein eigenes Profil bekommen sollen. Kurz darauf, meint sie allerdings, die FDP könne ja Ramelow auch wĂ€hlen. UnglĂ€ubigkeit bei Kubicki, warum die FDP nach den massiven Beschimpfungen der vergangenen Tage fĂŒr einen MinisterprĂ€sidenten der Linken stimmen sollte. Kubicki plĂ€diert dafĂŒr, dass sich der Landtag mit 2/3 der Stimmen auflösen solle.

CDU stimmte fĂŒr Hitler?

Kevin KĂŒhnert redet sich dann völlig in Rage, regt sich tierisch ĂŒber das Schmunzeln von Alice Weidel ĂŒber die teils absurden Diskussionen auf und darf dann wieder unsĂ€gliche Nazivergleiche und nicht zuletzt auch Falschbehauptungen loswerden. Sogar Altmaier wird das zu viel und versteigt sich sogar zu folgender, peinlicher Aussage:

„Wenn Sie sagen, die AfD ist ermĂ€chtigt worden, dann spielen Sie an auf das ErmĂ€chtigungsgesetz unter Hitler, wo Teile meiner Partei, leider Gottes, anders als Ihre Partei, fĂŒr Adolf Hitler und sein ErmĂ€chtigungsgesetz gestimmt haben. Das war eine Katastrophe.“

 Die CDU grĂŒndete sich erst im Jahre 1945. Wer hat da im Geschichtsunterricht wohl nicht aufgepasst?

Melanie Amann darf das Schlusswort sprechen und verheißt fĂŒr die Zukunft nichts Gutes, weil sich ja schließlich die WĂ€hler bei der letzten Wahl etwas gedacht haben, als sie abgestimmt hatten. Und zwar auch die WĂ€hler der AfD.

Fazit

Das teils surreale Gezank der Altparteien in den letzten Tagen fand auch in der Sendung von Anne Will seine Fortsetzung. Peter Altmaier versuchte, die Sendezeit mit pausenlosen Monologen durchzubringen, wĂ€hrend KĂŒhnert zwischendurch den Unterhalter spielen wollte. Kubicki wirkte sichtlich mitgenommen von den letzten Tagen. Scheinbar haben die Angriffe auch von gewaltbereiten Antifa-Truppen wie sie die FDP seit Mittwoch erlebt und wie sie bei der AfD Alltag sind, ihre Spuren hinterlassen. Frau Weidel konnte an den entscheidenden Stellen widersprechen und so sind wenigstens die gröbsten, falschen VorwĂŒrfe nicht kommentarlos geblieben. Die meiste Zeit konnte sich Weidel zurĂŒcklehnen und mit ansehen, wie sich die Vertreter von SPD, CDU und Linkspartei gegenseitig zerlegen. Es wurde einmal mehr deutlich, dass das Verhalten der AfD in ThĂŒringen völlig richtig war, weil die Demokratieverachtung von CDU bis Linkspartei noch nie so deutlich wurde wie in den vergangenen Tagen und auch in dieser Sendung. Man darf dabei den Ursprung welchen es aus Kanzlerinsicht rĂŒckgĂ€ngig zu machen gilt nicht vergessen: Eine CDU-Landtagsfraktion hat einen FDP-Mann zum MinisterprĂ€sidenten mitgewĂ€hlt und nicht den SED-Erben Ramelow.

TM

Hier gibt es die Sendung zum Nachsehen >>

TV-Kritik: Alice Weidel bei Anne Will Zuletzt aktualisiert: 10.02.2020 von Team MĂŒnzenmaier
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