TV-Bericht: Hans-Georg Maaßen zu Gast bei Markus Lanz

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Markus Lanz hatte in seiner Sendung vom 17.12.2019 mit dem ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen einen Gast, der immer wieder die deutsche Medienlandschaft in Aufregung versetzt. Eine klare Abwechslung zum wolkigen Wohlfühltalk, den man sonst bei Lanz erleben darf. Vorneweg kann man festhalten, dass mit Olaf Sundermeyer gleich ein sogenannter „Rechtsextremismusexperte“ dazu geladen war. Meist nehmen diese die Rolle ein, den Zuschauer dann doch noch auf die „richtige“, politisch korrekte Haltung einzuschwören.

Nach einem kurzen Einstieg im Plauderton, was der ehemalige Verfassungsschutzpräsident am verlorenen Amt vermisse und was eben nicht, kommt die Frage, ob Herr Maaßen selbst Fehler sehe, die er im Amt begangen habe. Der Gast gibt aber nicht die gewünschte Antwort, deswegen hakt der Moderator nach. Maaßen riecht den Braten und fragt verschmitzt „Jetzt meinen Sie Chemnitz?“. Volltreffer, denn der Moderator sagt, er meine genau das und vor allem den Umgang mit Chemnitz. Gelassen erklärt Maaßen, dass es in seinem Amt eben um Risiken gehe und er keine gravierenden Fehler in seiner Amtsführung sehe.

Lanz hakt beim Thema „Chemnitz“ nach und Hans-Georg Maaßen sagt, er war „über die Republik schockiert“. Er wunderte sich über die große Aufmerksamkeit, die plötzlich in der Berichterstattung auf einen Behördenleiter gelenkt wurde. Der mediale Aufschrei und das politische Beben wegen vier Sätzen ist ihm bis heute nicht ganz nachvollziehbar. Außerdem hat er gemerkt, dass er scheinbar „ohnehin über seine Sätze nicht die Deutungshoheit habe“.

Markus Lanz bohrt weiter mit Suggestivfragen, nach einem Bekenntnis, Fehler gemacht zu haben. Hans-Georg Maaßen schildert, wie es zu dem BILD-Interview kam und dass er es eben vorher auch mit dem Innenminister Horst Seehofer per SMS abgeklärt hat. Lanz unterstellt seinem Gast Unehrlichkeit in seinen Schilderungen und konstatiert, er befinde sich im „Unruhestand“.

Lanz belehrt seinen Gast dann noch, dass er doch hätte zur DPA gehen können und bekennt auch deutlich, dass er Maaßen die Schilderungen, wie es zu dem kontrovers gedeuteten BILD-Interview kam, nicht glaubt.

Souverän rekapituliert der ehemalige Verfassungsschutzpräsident, dass es damals auch noch andere Protagonisten gab, die sich ähnlich geäußert haben. In diesem Zusammenhang zitiert er auch Horst Seehofer mit dem Zitat „Migration ist die Mutter aller Probleme“. Da muss der ZDF Moderator natürlich gleich das Thema wechseln und fragt nach der Haltung seines Gastes. Maaßen sagt, die Mutter aller Probleme ist aus seiner Sicht, dass die „Politik in Deutschland mehr Wunschdenken verfolgt als Realitätssinn“. Vor allem in der Migrations- und Klimapolitik. Völlig unverständlich für einen ZDF-Moderator, der jetzt natürlich sicherheitshalber noch abklopfen muss, dass Herr Maaßen nicht „zu den Klimaleugnern gehört“. Das angesprochene „Wunschdenken“ interpretiert Lanz dann auch gefällig zur Regierung in „Visionen“ um.

Damit auch der Gastgeber versteht, was er meint, führt Maaßen an den Beispielen Klimapolitik und Migration aus, was er konkret damit aussagen will. Man verkennt die Realitäten, wenn man denkt, man könne über 2,07 Millionen Migranten problemlos integrieren, so Maaßen. Damit trifft er natürlich die Reizthemen eines ZDF-Journalisten, der nun ein Zitat aus der Schublade holen muss, welches seinen Gesprächsgast zitiert, dass dieser nicht vor 30 Jahren in die CDU eingetreten sei, damit „dann irgendwann 1,8 Millionen Araber ins Land kommen“. „Was ist das für ein Satz“ fragt der Moderator und warum so „ein undifferenzierter Satz“. Auch davon lässt sich Maaßen nicht aus der Ruhe bringen und erklärt den Hintergrund, dass er in früheren Jahren sich schon mit Asylpolitik beschäftigt hat und sich auch in seiner Doktorarbeit damit ausgiebig auseinandersetzte. Nun erläutert der Eingeladene seinem Gastgeber das Asylrecht und dass es schlicht nicht nachvollziehbar ist, dass Jemand Asyl beantragt, obwohl er aus einem sicheren Drittstaat kommt. Fakten werden aber im zwangsfinanzierten ZDF ignoriert und so konzentriert sich Lanz auf die Zuspitzung in dem Satz und stuft diese als „AfD-Sprech“ ein. Scheinbar ein Totschlagargument für den tendenziösen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auch in diese Falle tappt der Gast nicht und kontert sachlich und in differenziertem Tonfall.

Da der Gast sich nicht in die Ecke stellen lässt, in der Lanz ihn platzieren möchte, muss nun das nächste Zitat her. In diesem sprach Maaßen von den Schiffen der NGOs im Mittelmeer als „Shuttleservice“. Nun bringt Maaßen mit seiner differenzierten Haltung den Moderator komplett in Wallung. Olaf Sundermeyer sitzt daneben und rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her. Er erklärt, dass die Boote der vermeintlichen Seenotrettung letztlich das Geschäft der Schlepper und Schleuser vollenden und er deswegen von „Shuttleservice“ gesprochen hat.

Nun braucht Markus Lanz schon das ganze Repertoire der Verächtlichmachung von kritischen Meinungen. Er spricht von dem Schüren von Ressentiments und despektierlicher Sprache und Jemand wie er sollte „sowas einfach nicht sagen. Punkt!“. Da war sie wieder, die hässliche Sprachpolizei des gebührenfinanzierten Fernsehens.

Maaßen lässt sich nicht beirren und bekennt, er ist ganz anderer Meinung. Er wirft „den Medien vor, dass sie ein bewusstes Framing machen“ und dass auch bewusst von „Flüchtlingen“ gesprochen wird, obwohl es sich eben nicht um besonders Schutzbedürftige handelt. Der ehemalige Beamte erklärt dem Gastgeber erneut, wie er und seine Kollegen mit der Wahl der Begrifflichkeiten eine bestimmte Weltsicht platzieren möchten. Maaßen möchte diese Form des Framings nicht akzeptieren. Klare Worte, wie man sie selten im Fernsehen zu hören bekommt.

Herr Lanz kann und will das einfach nicht verstehen und muss sich dann erneut deutlich anhören, dass es eben keine Flüchtlinge sind, sondern Migranten, welche in Scharen hereinbrechen. Lieber beißt er sich an dem Begriff „Shuttleservice“ fest und spult routiniert Vorwürfe von falschem Applaus, Spaltung der Gesellschaft und Verrohung der Sprache herunter.

Maaßen kontert, dass eben nicht er die Gesellschaft spaltet, sondern die Medien im Kampf um die Deutungshoheit über Begriffe. Mehr als, „das bringt uns doch nicht weiter“ fällt dem strauchelten Moderator dazu auch nicht ein. Maaßen sagt auch, dass man eben Zuspitzung braucht, um eben auf bestimmte Probleme zu sprechen zu kommen. „Sie machen mich fertig“ konstatiert Lanz und holt dann lieber schnell seinen „Experten“ Olaf Sundermeyer zu Hilfe.

Lange musste sich Sundermeyer zurückhalten. Er berichtet, er sei damals, als er das Maaßen-Interview gelesen habe, in Chemnitz „angefeindet“ worden und unterstellt dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten eine eigene politische Agenda in der damaligen Amtsführung. Dass vor allem mit seinem Nachfolger eine politische Agenda vollstreckt wird, das wird natürlich nicht erwähnt, weil dies scheinbar im Sinne Sundermeyers geschieht.

Maaßen darf zu den Ausführungen Sundermeyers antworten und referiert sachlich über die tatsächlichen Geschehnisse in Chemnitz. Er hält fest, dass es eben keine Hetzjagden gab und dies aber trotzdem unter Berufung auf ein Antifa-Video berichtet wurde. Nach dieser Berichterstattung gab es noch eine Reihe von Straftaten. Die Berichterstattung fand aber vor diesen statt. Er sagt auch, dass ein Verfassungsschutzpräsident sich auch um Desinformation kümmern muss.

Nun prasseln dem Gast von beiden Seiten Vorwürfe ein. Sundermeyer hält seine Ausführungen für gefährlich. Es entsteht ein hitziges Wortgefecht und der selbsternannte Experte macht Maaßen für alles Mögliche mitverantwortlich, vor allem für Anfeindungen gegenüber der Presse. In den letzten Minuten entwickelt sich die Sendung dann doch noch zum Tribunal. Der Gast wird von 2 Seiten ins Kreuzverhör genommen, lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen.

Insgesamt tatsächlich eine interessante Sendung und wieder einmal entlarvend für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Umgang mit kritischen Meinungen. Natürlich muss man es Lanz zu Gute halten, dass er Maaßen eingeladen hat, aber das nächste Mal sollte er zumindest versuchen, eine neutrale Moderation und nicht eine mediale Hinrichtung zu praktizieren.

Wer die Sendung noch einmal in Gänze sehen möchte, der kann das hier (Sie haben die Sendung schließlich mit Ihren Gebühren bezahlt):

Zum Video >>

TM

 

TV-Bericht: Hans-Georg Maaßen zu Gast bei Markus Lanz Zuletzt aktualisiert: 18.12.2019 von Team Münzenmaier
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