Sebastian Münzenmaier

“Klima.Neutral”: Klima-Propaganda des WDR

„Die Klimakrise. Einfach erklärt, aber vielfältig.“

Seit 13. Februar finden Nutzer der Online-Plattform Instagram ein neues Angebot, das offensichtlich ein junges Publikum ansprechen soll und sich rund um das Thema Klimaschutz dreht. „Klima.Neutral“ heißt der Kanal, den vier junge Reporter verwalten und der mit aufwendig produzierten Videos zum Verweilen einlädt. Bei genauerer Betrachtung der Beiträge wird jedoch schnell klar, dass der Instagram-Auftritt nicht nur informiert, sondern auch eine gewisse Agenda verfolgt. „Bei der Klimakrise brennt es die ganze Zeit“ ist noch eine der harmloseren Bezeichnungen, die die jungen Moderatoren von sich geben. Darüber hinaus gibt es Anstöße zum Verzicht auf Fleisch und Plastik.

Finanziert wird der Klimasender übrigens nicht von der Grünen-Bundesgeschäftsstelle, sondern von allen Rundfunkbeitragszahlern. Der Kanal ist ein offizielles Projekt der WDR-Landespolitik.

Klima Aktivismus für 17,50 Euro

Die Ankündigungen zum neuen Kanal wirken objektiv und harmlos: „Was hat die #Klimakrise mit mir zu tun? Und welche Maßnahmen der #Politik helfen wirklich?“ Vier Reporter wollen täglich Fragen zur Klimakrise nachgehen und diese den überwiegend jungen Zuschauern einfach erklären. Auf die angekündigte Erklärung folgt jedoch auf den zweiten Klick Weltuntergangsszenarien mit dramatischem Unterton:

„Geht uns sogar in Deutschland bald das Wasser aus? Oder werden wir von Plastik überschwemmt?“

Schon wenige Sekunden später eine direkte Ansprache an die Zuschauer: „Was können wir alle gegen die Klimakrise tun?“

Dass der Kanal politisch nicht neutral bleibt, wird wenige Sekunden später klar. „Was macht die Politik eigentlich?“, fragt die Hintergrundstimme, während Bilder von FridaysForFuture-Demonstrationen eingeblendet werden. Ebenso wird danach gefragt, ob Aktivismus ausreiche oder der Gang in die Politik notwendig sei, um etwas am Klima zu ändern.

Die Redakteure geben sich dabei betont jugendlich. Legere Kleidung, lustige Trinkspiele, verstrubelte und lange Haare. Bei einem genaueren Blick auf die öffentlichen Profile auf der Plattform wird jedoch schnell klar, dass der Lebensstil der Jungreporter nicht wirklich klimaneutral ist. Beispielsweise Frederik Fleig, einer der Hauptprotagonisten, gibt an, schon 55 Länder bereist zu haben.

Klima.Neutral: Wahlkampfhilfe für die Grünen?

In den sozialen Netzwerken entbrannte in Folge der Eröffnung des Instagram-Auftritts die Debatte, ob die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten mit ihrem neuesten Projekt Wahlkampfhilfe für die Grünen betreiben. Klar ist, dass der WDR mit seiner Schwerpunktsetzung ein eindeutiges Signal setzt und die Klimakrise noch weiter in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rückt. Einen Kanal zur Krise des Mittelstands oder zur Migration sucht der Zuschauer vergebens. Die kaum übersehbare Nähe zu Grünen-nahen Bewegungen wie FridaysForFuture unterstreicht die politische Einflussnahme.

Wahlkampfhilfe für die Grünen kostet heute wohl 17,50 Euro und ist nicht steuerlich absetzbar.

TM

“Klima.Neutral”: Klima-Propaganda des WDR Zuletzt aktualisiert: 22.02.2021 von Team Münzenmaier
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