„Erlebnisorientierte Jugendliche“: Geisel verharmlost Demo-Gewalt

„Erlebnisorientierte Jugendliche“: Geisel verharmlost Demo-Gewalt

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat mit fragwĂŒrdigen Aussagen zu den Pro-PalĂ€stina-Demonstrationen in Berlin fĂŒr Irritationen gesorgt. Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses soll der Sozialdemokrat geĂ€ußert haben, dass es sich bei den ĂŒberwiegend arabischstĂ€mmigen GewalttĂ€tern um „eher erlebnisorientierte“ junge MĂ€nner gehandelt habe. Die AfD in Berlin kritisiert die Äußerungen als eine „Verkehrung der Tatsachen“.

GewalttÀtige Demonstrationen in ganz Deutschland

Am vergangenen Wochenende ist es in knapp einem Dutzend deutscher StĂ€dte zu Pro-PalĂ€stina-Demonstrationen gekommen, die teilweise zu gewalttĂ€tigen Ausschreitungen gefĂŒhrt haben. Überwiegend junge arabische MĂ€nner skandierten Anti-Israel Parolen, riefen zur Bombardierung israelischer StĂ€dte auf und warfen Steine, Böller und Flaschen in Richtung der Polizei. Die verbale und körperliche Gewaltbereitschaft schockierte die Bundesrepublik.

Mit rund 3500 Teilnehmern fand die wohl grĂ¶ĂŸte Demonstration in Berlin statt. In der Hauptstadt eskalierte die Gewalt mehr als in weiteren StĂ€dten, insgesamt wurden 93 Polizisten verletzt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat sich nun im Ausschuss des Abgeordnetenhauses zu den Geschehnissen geĂ€ußert. Seine AusfĂŒhrungen werfen Fragen auf.

Geisel (SPD): „arabischstĂ€mmig, nicht politisch organisiert, eher erlebnisorientiert“

Medienberichten zufolge soll der Sozialdemokrat, der vergangenen Sommer mit einem Verbot einer Anti-Corona-Demonstration negative Schlagzeilen produzierte, erklĂ€rt haben, es handele sich bei den GewalttĂ€tern um „300 bis 400 junge MĂ€nner, arabischstĂ€mmig, nicht politisch organisiert, eher erlebnisorientiert.“ Weiter fĂŒhrte der 55-JĂ€hrige aus, dass der Einsatz von Wasserwerfern unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gewesen wĂ€re. Samstags auf der Sonnenallee sei dies undenkbar, so Geisel. Und das, obwohl die Polizei insgesamt 87 Strafverfahren einleitete, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

AfD Berlin: Harte Strafen und Abschiebung der TĂ€ter

Die AfD-Fraktion in Berlin kritisierte Geisel fĂŒr seine Aussagen im Ausschuss massiv. Der Innensenator habe schon lange die Sicherheit in Berlin verloren, so der Fraktionsvorstand in einer Pressestimme. Dass „gewalttĂ€tige moslemische MĂ€nner als „erlebnisorientierte Jugendliche“ bezeichnet wĂŒrden, sei eine „Verkehrung der Tatsachen.“ Zugleich forderte die Fraktionsspitze harte Strafen und „wo immer möglich – Abschiebung der TĂ€ter.“

Auch die Berliner Landesvorsitzende Dr. Kristin Brinker zeigte sich auf ihrem Twitter-Account schockiert: „Unfassbar, dass eine solche Demonstration in der deutschen Hauptstadt möglich war“, so die 49-JĂ€hrige.

TM

„Erlebnisorientierte Jugendliche“: Geisel verharmlost Demo-Gewalt Zuletzt aktualisiert: 18.05.2021 von Team MĂŒnzenmaier

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