Erdogans extremer Islamismus: Hagia Sophia wird Moschee

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Am heutigen Freitag hallten islamistische Ausrufe über den Vorplatz der weltberühmten Hagia Sophia in Istanbul. Zahlreiche konservative Erdogan-Anhänger hatten sich spontan vor dem mächtigen Weltkulturerbe versammelt und feierten die Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichtes der Türkei, den derzeitigen Status des bei Touristen beliebten Gebäudes als Museum zu annullieren und somit die Nutzung  als Moschee zu ermöglichen. Dabei hat die Hagia Sophia tiefe christliche Wurzeln: Einst war die „Heilige Weisheit“ die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, in welcher die jeweiligen Kaiser des Reiches gekrönt wurden. Nach der Eroberung durch die Osmanen 1453 wandelte der damalige Feldherr Sultan Mehmet II. die Hauptkirche der Christen dann in eine Moschee um. Knapp 500 Jahre später bemühte sich der liberale türkische Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk um eine Kompromisslösung, um das orthodox geprägte Griechenland nicht weiter zu provozieren: Die Hagia Sophia sollte nicht mehr als Gotteshaus, sondern als Museum dienen.

Doch mit Kompromissen ist jetzt Schluss. Der mittlerweile tief im Islamismus angekommene Präsident Erdogan setzt ein Zeichen für mehr radikalen muslimischen Glauben. Und provoziert damit die orthodoxen Nachbarstaaten.

Muslimische Provokation

Sichtlich erfreut twitterte das türkische Staatsoberhaupt am Nachmittag, dass das Gebäude in Zukunft der Aufsicht der Religionsbehörde unterstellt  und für muslimische Gottesdienste geöffnet werde. Höchstwahrscheinlich wird schon symbolträchtig am 15. Juli, dem Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei, der erste Gottesdienst abgehalten. Für Erdogan bedeutet diese Gerichtsentscheidung einen echten Coup: Die Anhänger seiner Regierungspartei AKP fordern seit langem, an die radikale islamische Vergangenheit anzuknüpfen und die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen. Dabei hatten die christlich-orthodoxen Nachbarstaaten Griechenland und Russland wegen der Bedeutung der Hagia Sophia für ihre Bürger mehrmals gegen eine Änderung des Status protestiert. Den türkischen Präsidenten scheint das jedoch wenig zu stören. Gerade das Verhältnis mit den Griechen, mit welchen sich Erdogan um Erdgas im Mittelmeer streitet, wird nun weiter belastet werden.

Deutsche Rücksicht – Türkische Radikalität

Während die Vertreter der deutschen Kirchen fordern, dass Rücksicht auf die muslimischen Migranten und deren islamische Bräuche genommen werden muss, gibt der mittlerweile tief im Islamismus verwurzelte türkische Präsident Erdogan einen Kehricht auf die christlich-orthodoxen Gefühle der Griechen und Russen. Gerade die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) in Deutschland, welche seit Jahren für eine Lockerung des Burkaverbots eintritt und sich in starker Nähe zu Erdogan zeigt, betont ständig die angebliche Benachteiligung von Muslimen in Deutschland. Den Verantwortlichen sei empfohlen, einen Blick in ihr Heimatland zu werfen und zu sehen, wie dort auf christlichen Traditionen herumgetrampelt wird. Die Türkei und deren Organisationen in Deutschland entfernen sich immer mehr von einem kemalistisch liberalen Weltbild zu einem extremen Islamismus, welcher auf keinen Fall zu Europa gehört. Das überhaupt noch über den EU-Beitritt der Türkei diskutiert wird, ist ein weiteres  Armutszeugnis der blauäugig agierenden Europäischen Union.

TM

Erdogans extremer Islamismus: Hagia Sophia wird Moschee Zuletzt aktualisiert: 11.07.2020 von Team Münzenmaier
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Max Axel Jurke
1 Monat zuvor

Ist doch ganz offensichtlich, welche Ziele er auch hier in Deutschland verfolgt. Höchste, allerhöchste Zeit den wachsenden radikalislamischen Einfluß zurückzudrängen. Was sind das für “Volksvertreter” die gegen jeden gesunden Menschenverstand und derart verantwortungs die Zukunft jüngerer Genrationen für einen Rückfall ins Mittelalter verspielen?

Heidi Walter
30 Tage zuvor

Kein Wort der Kirchen”fürsten” und Angie mitsamt ihren “Followern”. Lässt tief blicken und ist sehr bezeichnend für diese “Republik”.